Das Gold König Salomons

Um das Jahr 1000 vor unserer Zeitrechnung soll König Salomon das Reich regiert haben, das seine Vorfahren König Saul und König David geschaffen hatten.

König David (König von Juda und als Nachfolger Sauls zeitweise auch von Israel).

Uber die Größe dieses Reiches gibt es ganz. unterschiedliche Vermutungen. Es wurde schon einmal angenommen, es habe vom. Euphrat bis nach Eilat am Roten Meer gereicht, andere behaupten, es sei nur ein Stadtstaat gewesen, eine Polis Jerusalem. Da wir aber wissen, dass Polis-Staaten wie Athen, Karthago oder Rom über weite Teile des Mittelmeers herrschen konnten, kann auch von der Stadt Jerusalem aus großer Einfluss ausgeübt worden sein. So kamen auch Viele Schätze in Jerusalem zusammen, die sehr bedeutend gewesen sein müssen.

Königreich Israel & Judah
Königreich Israel & Judah

Ebenso wie in Ägypten oder in Babylon bedeutete der Besitz von Gold in König Salomons Reich nicht in erster Linie Reichtum, sondern die materielle Voraussetzung für den Gottesdienst und für die herrschaftliche Repräsentation.

Die gesamte Palastwache des Königs etwa war mit Schilden aus purem Gold ausgerüstet – auf jedem Schild sollen 600 Schekel (fast fünf Kilogramm) Gold verarbeitet gewesen sein. Das Gold soll aus Tributzahlungen der Nachbarn gekommen sein.

666 Talente Gold sollen so jährlich in Jerusalem eingegangen sein. Nach dem babylonischen Gewicht, das auch in Israel galt, wog ein Talent mehr als 30 Kilogramm. Demnach wären es jährlich fast 20 Tonnen Gold gewesen, die in Jerusalem eintrafen.

König Salomon regierte 40 Jahre, so dass insgesamt fast 800 Tonnen Gold in die Stadt eingeliefert worden sein müssen. Außer Gold wurde auch Silber in derart großen Mengen herangeschafft, dass sich niemand mehr die Mühe machte, es zu zählen oder zu wiegen. Es hieß nur, das Silber sei in Jerusalem in denselben Mengen wie die Steine vorhanden gewesen.

Mit dem vielen Gold ließen sich nicht nur die goldenen Schilde der Palastwachen Auch der Bau des Tempels ließ sich. Die Bauzeit soll von 957 bis 951 V. Chr. gedauert haben. Die Archäologen behaupten zwar heute mit guten Gründen, dass der Tempel Salomons erst Viel später, 200 Jahre nach den Lebzeiten des Königs, erbaut worden sei, also erst im 8. Jahrhundert V. Chr. Der: Namen „Tempel Salomons“ hat das Bauwerk dennoch bis heute behalten.

Mit seinen circa 27 Metern Länge, 9 Metern Breite und 13,5 Metern Höhe hatte der Tempel Salomons eher bescheidene Ausmaße.

Sie reichten jedenfalls nicht hin, um das Bauwerk in die Liste der Weltwunder aufzunehmen. Die Grundfläche des Artemis-Tempels in Ephesos, im 6. Jahrhundert errichtet, mehr als 100 Meter lang und 50 Meter breit, war zwanzigmal größer als die des Jerusalemer Tempels. Trotzdem war dieses Gebäude groß genug, um all die Reichtümer aufzunehmen, die im Jahre 586 V. Chr. den babylonischen König Nebukadnezar II anlockten.

Nabû-kudurrī-uṣur II. oder Nebukadnezar II. war von 605 bis 562 v. Chr. neubabylonischer König. Nebukadnezars Name war offenbar programmatisch am Vorfahren Nebukadnezar I. orientiert und bedeutet „Der Gott Nabû schütze meinen ersten Sohn“

Er ließ die Schätze rauben, den Tempel zerstören und die meisten Bewohner Jerusalems in die babylonische Gefangenschaft entführen.

Die Leistungen des Königs Salomon werden aber nicht geschmälert, wenn man seinen Tempel mit anderen, späteren Bauwerken vergleicht. Auch ließ König Salomon nicht nur dem „Einen Gott“ einen Tempel errichten, sondern auch fremden Göttern, etwa „dem Chamos, dem Götzen der Moabiter, und dem Moloch, dem Götzen der Ammoniter“.

Das kostete auch Geld, zumal der König mit den gotteslästerlichen Gebäuden seinen zahlreichen Nebenfrauen imponieren wollte, die ihn auch sonst viel Geld gekostet haben müssen.

Insgesamt waren es, als Salomon alt und etwas seltsam geworden war, 700 Fürstinnen und 300 weitere Frauen, die er in seinem Palast untergebracht hatte. Andererseits hat Salomon seinem Reich Jahrzehnte hinweg den Frieden bewahrt. Dafür sorgten seine 1.400 Streitwagen, 12.000 Reiter und zehntausende Fußsoldaten.

Den Reichtum des Landes mehrte der König durch vorteilhafte Handelsbeziehungen mit den Nachbarn. Eine einzige Expedition in das Goldland Ophir brachte 420 Talente, mehr als zwölfeinhalb Tonnen Gold ein. An anderer Stelle wird berichtet, aus Ophir, das im südlichen Afrika, dem heutigen Simbabwe vermutet wird, seien ausserdem grosse Mengen Silber, Elfenbein und Sandelholz nach Israel gebracht worden.

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König Salomon war ein Zeitgenosse des ägyptischen Pharaos Sheshonq II., der von 945 bis 924 V. Chr. herrschte.

Scheschonq Il. war der altägyptische Begründer und 1. Pharao der 22. Dynastie und regierte um 946 bis 924 v. Chr. Er ist nach seinem Onkel Osochor der zweite libysche Herrscher auf dem Thron der Pharaonen.

Zu dem flohen viele Fürsten, die von König Salomons starken Truppen besiegt worden waren. So lange Salomon regierte, traute sich niemand mehr Israel anzugreifen.

Als nach seinem Tode aber sein Sohn Rehoboam den Thron des Königreichs Israel bestiegen hatte, wandten sich zehn Stämme von ihm ab und erwählten Jeroboam zu ihrem König. Nur die Stämme Juda und Benjamin blieben dem Sohn Salomons treu. Jetzt traute sich Sheshonq, gegen Jerusalem, die Residenz König Rehoboams (Bezeichnung für den König des Reiches von Juda), zu ziehen. Der Pharao zog mit 1200 Streitwagen, 60.000 Reitern und so unendlich viel Fußvolk vor die Stadt, dass es unmöglich war, deren Zahl anzugeben.

Diese Übermacht eroberte Jerusalem und trug alle Schätze, die König Salomon zusammengebracht hatte, hinweg. Sie räumten den Tempel ebenso leer wie den Palast des Königs, und auch die goldenen Schilde König Salomons wurden weggeschleppt, wie im 1. Buch der Könige und im 2. Buch der Chronik mitgeteilt wird. König Rehoboam war nach diesen Verlusten gezwungen, seine Krieger mit ehernen Schilden auszurüsten.

Nach den Angaben, die zu den Reichtümern Salomons gemacht worden sind, müssen es allein annähernd tausend Tonnen Gold, dazu tausende Tonnen Silber und unzählige Edelsteine gewesen sein. All diese Reichtümer gelangten nach Ägypten. Nach Heimkehr schenkte der Pharao einen Teil der Schätze an die Tempel. Über eine Schenkung von allein 27 Tonnen Gold und 180 Tonnen Silber berichtet eine in Tanis aufgefundene Inschrift.